(12) Synagoge auf dem Ephraim Rothschild-Platz

GPS: 51.884244, 9.623337

Auf dieser Grünanlage nahe des Camphofes (Station 13) stand seit 1855 eine Synagoge. Das jüdische Gotteshaus, ein schmuckloser Fachwerkbau, dessen Ständerwerk mit Ziegelsteinen ausgefacht war, wurde am 9. November 1938 geplündert, beschädigt und später abgerissen.

Der Platz wird seit 09. November 2015, dem 77. Gedenktag der Reichspogromnacht, Ephraim Rothschild-Platz genannt. Mehr zu Ephraim Rothschild weiter unten auf dieser Seite.

Die Thorarollen und andere Kultgegenstände aus der einstigen Synagoge befanden sich noch bis in die 1950er Jahre im Stadtmuseum, bis man sie zurückgab. Zum Gedenken an das Schicksal der jüdischen Mitbürger wurde durch die Stadt Stadtoldendorf im Jahr 1981 an dieser Stelle der Synagogengedenkstein aufgestellt.

Ephraim Rothschild-Platz

Der Platz wird seit 09. November 2015, dem 77. Gedenktag der Reichspogromnacht, Ephraim Rothschild-Platz genannt. Ephraim Rothschild wurde stellvertretend für alle jüdischen Mitbürger in Stadtoldendorf ausgewählt. 

Ephraim Rothschild, gestorben am 30. Januar 1901 im Alter von 92 Jahren in Stadtoldendorf, war eine prägende Figur für das Leben in der Homburgstadt. Er beeinflusste mit seinen unternehmerischen Aktivitäten entscheidend den Aufbau Stadtoldendorfs in der Zeit der Gründerjahre.

Rothschild eröffnete schon 1860 den Sandsteinbruch im Hooptal und 1864 eine Gipsbrennerei. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Kreiensen nach Holzminden im Jahre 1865, für die sich Ephraim Rothschild zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Seebaß besonders einsetzte, nahmen die Geschäfte in der Stadt einen ungeahnten Aufschwung. 1869 finanzierte er für seinen Schwager Adolf Wolff den Bau der Weberei A. J. Rothschild Söhne an der Hoopstraße, die bald schon zum größten Arbeitgeber in Stadtoldendorf werden sollte. Ephraim Rothschild stiftete der jüdischen Gemeinde das Grundstück in der Kuhstraße, dort, wo heute der nach ihm benannte Platz eingerichtet werden soll, und war viele Jahre selbst Gemeindevorsteher. Er war eine weltoffene Persönlichkeit mit liberaler und demokratischer Gesinnung sowie mit großem Interesse an der Ökonomie und dem technischen Fortschritt seiner Zeit.

Diese Sehenswürdigkeit ist barrierefrei erreichbar.

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